Venedig-Kalender
: Rielo
Auf der kleinen Ponte Rielo im hinteren Castello entgeht der nichts ahnende afrikanische Straßenhändler Nando im Film „Blutige Steine“ nur knapp einem Anschlag. Seine Rettung ist eine Kinderschar, die dem Scharfschützen vor die Flinte läuft. Bereits am Campo S. Stefano wurde Nando einige Tage davor unter Beschuss genommen und schwer verwundet von seiner Schwester Zaina wieder aufgepäppelt, die in der Nähe der Ponte Rielo am Campazzo del l’Erba wohnt.
: An der Riva dei Sette Martiri
Von der grünen Lunge Venedigs, den von Napoleon in Auftrag gegebenen Giardini, kann man herrlich die Riva dei Sette Martiri mit Traumblick auf das einzigartige Panorama bis zum Markusplatz flanieren. Vorbei an der Wohnung von Signora Ruffolo im Haus Nr 1454 aus dem Film „Endstation Venedig“, der Mutter des Kleinganoven Giuseppe, die den Commissario mit ihrem seiner Meinung nach besten Caffè der Welt Giuseppe gegenüber milde stimmen möchte.
: Viale Garibaldi bei Nacht
Die einzige Parkallee Venedigs, die romantische Viale Garibaldi in Castello wird im Roman „Tod zwischen dem Zeilen“ dem ehemaligen Priester und Bücherdieb Aldo Franchini zum Verhängnis. Auf einer der roten Parkbänke wird er vom ehemaligen Lebensgefährten von Signora Marzi aus blinder Eifersucht krankenhausreif geschlagen. Glücklich, diesen Angriff überlebt zu haben, wird er später aus anderen Gründen in seiner Wohnung brutal zu Tode gequält.
: Die Chiesa dei S. Giovanni e Paolo und das Portal des Ospedale Civile links daneben
Von der Aussichtsterrasse des Fontego dei Tedesco an der Rialtobrücke fällt der Blick auch auf die in Castello gelegene Chiesa dei SS Giovanni e Paolo, der Grablege vieler Dogen und Adelsfamilien. Im Roman „Endlich Mein“ opfert Brunetti eine Kerze für seine verstorbene Mutter, nicht ohne die zahlreichen Kunstschätze zu bewundern. Hinter den (nur in den Büchern?) berüchtigten Mauern des angrenzenden Ospedale Civile links im Bild kämpfen etliche Protagonisten um ihr Leben.
: Auf dem Markusplatz
Der Dogenpalast an der Piazzetta S. Marco ist im Roman „Acqua Alta“ Schauplatz des Mordes an Direktor Dott. Semenzato. In der gegenüberliegenden Biblioteca Marciana (nicht im Bild) recherchiert Brunetti im Roman „Sanft entschlafen“ die Machenschaften des obscuren Ordens Opera Pia. Das Ristorante Quadri auf der Piazza S. Marco links neben dem Uhrenturm (nicht im Bild) wird in den Filmen wegen seines perfekten Blicks auf die Basilika gerne als Drehort genutzt.
: Die Bar Al Canton an der Fondamenta de l‘Arzere
Das gemächliche Treiben auf dem Rio und der Fondamenta de l’Arzere in Dorsoduro lässt sich am besten unter der breiten Markise der legeren Studentenbar Al Canton aus beobachten. Im Film „Schöner Schein“ erholt sich der frustrierte Vice-Questore Patta dort von seiner fruchtlosen Verfolgungsjagd durch die halbe Stadt, als ihm der flüchtige Delinquent beim Sprung über die angrenzende Mauer wortwörtlich vor die Füße fällt und sich widerstandslos festnehmen lässt.
: Calle dei Avvocati
In der beschaulichen Calle dei Avvocati im Sestiere S. Marco wird im Roman „Ewige Jugend“ nächtens ein junger irischer Tourist überfallen und derart übel zugerichtet, dass seine Wunden im Ospedale Civile genäht werden müssen. Eine Gewalttat in der sonst so sicheren Serenissima, deren Brutalität selbst Brunettis Kollegin, die an neapolitanische Verhältnisse gewöhnte Kommissarin Griffoni, erschüttert.
: Am Rio di S. Giovanni Laterano
Im Roman „Lasset die Kinder zu mir kommen“ diskutieren Brunetti und Vianello mit Hauptmann Marvilli ihren gemeinsamen Fall und erfreuen sich dabei an dem Anblick des von drei Wasserläufen pittoresk eingerahmten Gebäudes hinter der Ponte dei Conzafelzi in Castello. Professor Nava kann sich leider nicht mehr freuen, wird er doch im Film „Tierische Profite“ von seiner Wohnung aus dem weißen Eckhaus rechts im Bild unsanft in den Rio befördert, was er nicht überlebt.
: Die Vogalonga nahe der Rialto-Brücke
Jedes Jahr zu Pfingsten findet auf dem Canal Grande die Vogalonga statt, eine bunte Regatta von Booten aller Art, die lediglich mit Muskelkraft bewegt werden dürfen. Schön zu beobachten ist das Spektakel von der Rialtobrücke oder dem Kriminalgericht an deren Ufer links im Bild. Im Roman „Vendetta“ wendet sich Brunetti im Fall des getöteten Signor Trevisan an den schwer gezeichneten Richter Benjamin. Kurz zuvor war dessen Sohn an einer Überdosis Drogen gestorben.
: Nahe der Fondamenta S. Anna
Commissario Brunetti ist unter den bunten Wäscheleinen des ehemaligen Arbeiterviertels Castello aufgewachsen und spricht immer noch den vom Venezianischen abweichenden Dialekt der Einheimischen. Die Gasse im Bild stößt auf den Rio und die Fondamenta de la Tana, in der er laut dem Roman „Das goldene Ei“ schon als Kind gespielt hat und einmal unter einer Bootsplane eingeschlafen ist, bis er von den besorgten Rufen seiner ihn überall suchenden Mutter geweckt wurde.
: Sonnenuntergang hinter der Salute-Kirche
Mittlerweile existiert die Traghetto-Verbindung nicht mehr, die im Film „Venezianisches Finale“ Signora Elettra und ihren Chef in nur wenigen wackligen Minuten von dem imposanten Blickfang der Kirche Madonna della Salute in Dorsoduro über den Canal Grande nach S. Marco befördert. Die kurze Zeit nutzt Elettra, um Brunetti auf den neuesten Stand bezüglich Flavia Petrellis traurigem Eheleben und der Hinwendung des Opernstars zur Archäologin Brett Lynch zu bringen.
: Rio S. Anna und Via Garibaldi
Der verträumte Rio S. Anna stößt direkt an die Via Garibaldi, die zentrale Einkaufmeile im Sestiere Castello. Am an der Brüstung ankernden Gemüseschiff erledigen im Film „Blutige Steine“ Vianello und sein Söhnchen ihre Einkäufe. Im Roman „Tod zwischen den Zeilen“ lebt einige Häuser weiter Adele Marzi, die ehemalige Geliebte von Signor Franchini, während gegenüber im Film „Endstation Venedig“ ein über die Dächer flüchtender Ganove Beweismaterial im Rio entsorgt.